Typische Landschaft am Pico del Teide
Typische Landschaft am Pico del Teide

Im heutigen Artikel stelle ich einen unter meinen Lieblingsplätzen vor, der wieder einmal etwas mehr als einen Katzensprung entfernt liegt 🙂 Politisch gehört die Insel, auf der er liegt, noch zu Europa – geografisch und geologisch aber klar zu Afrika. Viereinhalb Stunden Flug trennen einen, von Zürich startend, von der Insel Teneriffa. Diese wunderschöne Kanareninsel beherbergt den mit 3718 Metern höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Dabei handelt es sich um einen der höchsten Inselvulkane der Erde, und er gibt der Insel ein charakteristisches Aussehen, so dass sie schon von weitem her eindeutig erkennbar ist. Auch auf der Insel selbst ist er fast von überall her sichtbar. Die ganze Region um den äusseren Vulkankegel des Teide, die Caldera, ist als Nationalpark geschützt.

Ausblick vom Tabonal Negro zu den Felswänden der äusseren Vulkankegels
Ausblick vom Tabonal Negro zu den Felswänden der äusseren Vulkankegels

Blumenpracht an den Roques de García
Blumenpracht an den Roques de García

Geologie und Vegetation des Nationalparks sind einmalig, und es ist total faszinierend, dieses Gebiet auf einer der zahlreichen Wanderrouten zu erkunden. Im Gegensatz zum wesentlich strikter geschützen Nationalpark Timanfaya auf Lanzarote beispielsweise kann man sich im Schutzgebiet um den Teide auf vielen markierten Pfaden bewegen, sogar eine sehr schöne Panoramastrasse führt mitten hindurch. Einzig der Aufstieg ganz zum Gipfel ist genehmigungspflichtig. Diese ist leider nur in einem Büro in Santa Cruz durch persönliches Vorsprechen erhältlich und gilt dann für ein ganz bestimmtes Zeitfenster – Pech, wenn dann das Wetter nicht mitspielt. Aber der ohne diese Hürde zu erwartende Ansturm auf den Gipfel würde der empfindlichen Natur schon erheblichen Schaden zufügen. Dennoch lohnt es sich, die Gipfelregion des Teide zu besuchen. Wer die Höhenmeter nicht zu Fuss überwinden möchte oder kann, kann sich durch eine Luftseilbahn bis auf rund 3500 Meter hinauftragen lassen. Dort gibt es zwei sehr aussichtsreiche Wanderwege durch faszinierendes vulkanisches Gestein mit schönen Blicken zu den Nachbarinseln – aber Achtung: Es ist kalt, und das Atmen fällt nicht ganz so leicht wie am Fuss des Berges…

Blick vom Teide-Gipfel zum Pico Viejo
Blick vom Teide-Gipfel zum Pico Viejo
Die Roques de García lassen sich in knapp zwei Stunden umwandern
Die Roques de García lassen sich in knapp zwei Stunden umwandern

Im auf rund 2200 Metern Höhe gelegenen Nationalpark herrscht eigentlich meistens schönes Wetter – und zwar schlicht und einfach darum, weil er eben so hoch liegt. Kurz vor dem Erreichen der Höhe lässt man in der Regel die Wolkenobergrenze unter sich zurück. Zum Glück, denn die Wolken stauen sich sehr oft vom Meer her an den steilen Hängen der Insel. Darum ist der Gürtel um den Nationalpark auch sehr grün und üppig.

Landschaft von fast überirdischer Schönheit an der Baumgrenze
Landschaft von fast überirdischer Schönheit an der Baumgrenze

Neben der von vulkanischem Gestein geprägten Mondlandschaft gefällt mir an diesem Flecken Erde die sehr spezielle Vegetation, die insbesondere im Frühling überraschende Farbtupfer in die felsigen, kargen Cañadas zaubert und die sehr schöne Kombination zwischen dem rauhen, dunklen Lavagestein und dem lockeren Bestand von kanarischen Kiefern mit ihrem hellen, frischen Grün – etwas, das ich in dieser Art sonst noch nirgends auf meinen Reisen angetroffen habe.

Schwarze Lava und grüne Kiefern - Arenas Negras
Schwarze Lava und grüne Kiefern – Arenas Negras

Zwei Besucherzentren, El Portillo und Parador Nacional, versorgen den Wanderer mit den nötigen Informationen für die Erkundung des Gebiets und bieten Wissenswertes über Geologie, Flora und Fauna. Ausserdem gibt es im Bergverlag Rother einen guten Wanderführer, der neben zahlreichen anderen Wanderungen auf der ganzen Insel Teneriffa auch einige schöne Routen durch die Cañadas rund um den Pico del Teide beschreibt.

In den Lavas Negras
In den Lavas Negras

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