Eine der Fragen, die uns Fotografen immer wieder beschäftigt, ist die: Wie kann ich meine Fotos sinnvoll und effizient sichern, wenn ich unterwegs bin? Je nachdem, wie lange und wo man unterwegs ist, gibt es auf diese Frage verschiedene Antworten. In der c’t Digitale Fotografie 04/14 fand sich ein interessanter und wie immer sehr fundierter Artikel zum Thema (kostenpflichtiger Download, für Abonnenten gratis). Allerdings sind viele der dort vorgestellten Lösungen auf längeren Reisen etwas sperrig (Notebook, Netbook), vom Speicherplatz her beschränkt (Android-Tablet) oder nicht sehr sicher (mehrere Speicherkarten).

Die WLAN-Festplatte MyPassport von WD
Die WLAN-Festplatte MyPassport von WD

Früher gab es eine Lösung, die einfach, leicht, sicher und effizient war: Fototanks mit einem kleinen Display, wo man die Speicherkarte in einen Slot steckte und die Fotos auf Knopfdruck auf eine integrierte Festplatte kopiert wurden. Auf dem Mini-Display konnte man die Fotos zwar nicht sinnvoll beurteilen, aber mindestens überprüfen, ob alles ordentlich kopiert worden war. Angesichts der oben genannten zahlreichen Alternativen verschwanden diese Geräte aber immer mehr vom Markt, und in der Schweiz waren sie schon gar nicht mehr erhältlich. Nun bin ich aber letzthin endlich wieder auf ein Gerät gestossen, das meine mobilen Sicherungsbedürfnisse in ähnlicher Weise abdeckt. Es handelt sich um eine WLAN-Festplatte, die aber im Gegensatz zu den im c’t-Artikel vorgestellten WLAN-Lösungen über einen eigenen SD-Kartenslot verfügt. Ich nutze das Gerät seit einigen Wochen und bin schlichtweg begeistert.

Die Platte hängt sich über WLAN ins heimische Netzwerk ein
Die Platte hängt sich über WLAN ins heimische Netzwerk ein

Das in der 1TB-Version für rund CHF 200.– erhältliche Gerät von Western Digital, das auf den Namen My Passport Wireless hört, wird lediglich mit einem Netzteil, einem USB-Kabel und einem Quick-Start-Guide ausgeliefert, der aber nicht sehr hilfreich ist. In einem ersten Schritt wird also die deutsche PDF-Anleitung von der Hersteller-Website heruntergeladen. Anhand dieser Anleitung ist die Konfiguration (wichtig: inklusive Schützen des Geräts mit einem Passwort!) schnell geschafft, und fortan klinkt sich das Gerät über WLAN ins heimische Netzwerk ein. Das bedeutet, dass es über den PC gesteuert werden kann und sich alle Fotos problemlos zwischen My Passport und PC hin- und herschieben lassen. Dies geht übrigens auch mit anderen Dateien als mit Fotos – eine Aufgabe, an der Fototanks früher immer grandios scheiterten…

Das Dashboard, das man über die Eingabe der Adresse http://mypassport im Browser aufruft, erlaubt es, wichtige Einstellungen vorzunehmen und zu sehen, was auf der Platte so alles abläuft. Fotos und Dateien sichten kann man so aber nicht, dies muss man über den Dateibrowser tun.

Das Dashboard im Browser verschafft den Überblick über das Gerät
Das Dashboard im Browser verschafft den Überblick über das Gerät

Der erste und wichtigste Konfigurationsschritt im Dashboard ist das Einstellen der automatischen Sicherung von SD-Karten. Ist das gemacht, startet künftig automatisch die Sicherung des Inhalts von in den Kartenslot eingesteckten SD-Karten auf die Festplatte.

Einstellen der automatischen Sicherung von SD-Karten im Dashboard
Einstellen der automatischen Sicherung von SD-Karten im Dashboard

Da die Festplatte kein eigenes Display hat, kann man die gesicherten Fotos nicht direkt am Gerät betrachten. Das macht aber nichts, denn über WiFi kann man eine direkte Verbindung zum Smartphone oder Tablet herstellen und von dort aus mit Hilfe der Gratis-App „WD MyCloud“ direkt auf die Fotos zugreifen. Man könnte sie sogar theoretisch von dort aus verwalten, aber ein seriöser Fotograf 🙂 sortiert ja seine Fotos erst zuhause am PC aus. Die Speicherkapazität von einem Terabyte (oder für ein paar Franken mehr sogar zwei TB) sollte einen auch nicht schnell in Verlegenheit bezüglich Speicherkapazität bringen.

Betrachten der Fotos auf der Platte via WD MyCloud auf dem Tablet
Betrachten der Fotos auf der Platte via WD MyCloud auf dem Tablet

Wie gesagt, ich bin begeistert von dieser Speicherlösung und bin froh, endlich wieder etwas gefunden zu haben, was für diese Aufgabe unterwegs wirklich praktisch ist. Mehr Informationen zu diesem Gerät, das in der Schweiz zum Beispiel bei digitec und Brack erhältlich ist, finden sich auf der Hersteller-Website (Edit 12.07.2021: Gerät nicht mehr erhältlich).

Edit 03.03.2015: Bei Toshiba gibt es inzwischen ein ähnliches Gerät, das sich Canvio AeroMobile nennt. Es wird in einem Artikel auf digitalkamera.de näher beschrieben.

Edit 24.04.2015: Auf dpreview.com ist diese Woche ein ausführlicher Testbericht zu diesem Gerät publiziert worden. Man teilt dort meine Begeisterung zwar nicht ganz 🙂 Aber ich bleibe trotzdem dabei, da die dort angeführten Negativpunkt für mich keine Relevanz haben…

Ein Kommentar

  1. Die WLAN-Festplatte ist wirklich eine tolle Sache. Ich habe bisher meistens einen Laptop dabei gehabt, auf den die Bilder dann gepackt wurden. Bei einer größeren Tour mit weniger Gepäck ist das aber meist sehr umständlich. Da würde sich solch eine Festplatte natürlich eher lohnen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.