Felsige Landschaft bei Les Baux-de-Provence
Felsige Landschaft bei Les Baux-de-Provence

Nach unserem Aufenthalt in Avignon ging die Reise weiter in Richtung Süden – oder vielmehr zuerst in Richtung Osten. Eigentlich war geplant, von Avignon aus mehr oder weniger direkt nach Gordes zu fahren. Dieses hübsche Städtchen im Luberon war unsere nächste Station. Allerdings hatte uns der Inhaber einer Designer-Boutique an der Place Crillon quasi das Blaue vom Himmel heruntergeschwärmt über die Bergkette der Alpilles und gewisse Orte in dieser Gegend. Wir liessen uns überzeugen (schliesslich waren die Artikel in seiner Boutique wirklich toll und liessen auf erlesenen Geschmack schliessen 😉 …) und bauten diesen kleinen Umweg in unsere Route ein.

Les Baux-de-Provence thront auf einem Felsen in den Alpilles
Les Baux-de-Provence thront auf einem Felsen in den Alpilles

Ich hatte auf einer früheren Reise einmal eine Postkarte von einem Dorf in den Alpilles, dramatisch vor hohen Felsengipfeln gelegen, gesehen und war ziemlich begeistert gewesen davon. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an diesen Abstecher. Sie wurden aber nicht in dem Masse erfüllt, wie das die Erinnerung an die Postkarte impliziert hatte. Die Alpilles sind zwar ein felsiges, aber eher unspektakuläres Gebirge. Und der erste vom Designer empfohlene Ort, den wir ansteuerten, Maussane-les-Alpilles, war zwar hübsch und voller authentischen Lebens, aber nicht so pittoresk, dass sich deswegen ein Umweg gelohnt hätte. Etwas anders sah es mit Les Baux-de-Provence aus, keine vier Kilometer von Maussane entfernt.

Im Inneren der Eglise Saint Vincent
Im Inneren der Eglise Saint Vincent
Landschaft in den Alpilles
Landschaft in den Alpilles

Dieses ultrakleine Städtchen thront erhaben auf einen Felsen über den südlichen Ausläufern der Alpilles, und an einem schönen Tag hat man den Blick frei bis hinunter zum Mittelmeer. Die mittelalterliche Bausubstanz ist noch weitgehend erhalten, wenn auch teilweise in Form von Gebäuderuinen. Trotzdem gefiel es uns, der einzigen nennenswerten Gasse entlang durch den Ort zu spazieren, in den Boutiquen zu beiden Seiten zu stöbern und auf einer Terrasse mit wunderbarem Ausblick feine Crêpes zu geniessen. Und noch ein Punkt gefiel mir an Baux besonders: Die kleine, gut erhaltene, schön beleuchtete Kirche mit ihren farbigen Fenstern. Sie sollte bis zum Schluss der Reise diejenige bleiben, die ich am ansprechendsten fand. Ganz im Kontrast zu den vielen anderen, düsteren, lieblos ausgeschmückten, die wir auch dieses Mal im Süden antrafen…

Eine steile Strasse führt nach Gordes hinauf
Eine steile Strasse führt nach Gordes hinauf
Im Zentrum von Gordes
Im Zentrum von Gordes

Nach dem kurzen Stop in Les Baux-de-Provence steuerten wir dann endlich das Zeil unserer heutigen Fahrt an. Kurz vor Gordes besuchten wir noch ein eindrückliches historisches Architekturdenkmal, das Village des Bories. Über dieses werde ich aber in einem separaten Artikel noch berichten. In Gordes selber hatten wir ein Zimmer in einem superschönen, stilvollen Maison d’Hôtes reserviert, von dessen Salon und Terrasse aus wir einen wunderbaren Blick über den Naturpark Luberon hatten. Der Ort empfing uns mit dem typischen Charme eines provenzalischen Kleinstädtchens. Es erstaunt mich immer wieder, was für ein Leben sich in so einem Mini-Ort entwickeln kann. Natürlich gibt es zahlreiche Touristen, die zumeist abends wieder verschwinden. Aber man trifft auch viele Einheimische in den Restaurants an, und am Markt, der einmal in der Woche rund um das Château stattfindet, sowieso.

Platz hinter dem Château des Gordes
Platz hinter dem Château des Gordes

Hier, bei unserem netten und hilfsbereiten Gastgeber in den Balcons du Luberon, hatten wir also unsere Basis für die nächsten Entdeckungen erreicht. Doch über diese lest ihr später mehr

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