Blick von der Jöriflüelafurgga hinunter zu den Jöriseen
Blick von der Jöriflüelafurgga hinunter zu den Jöriseen

Vor ein paar Wochen habe ich in der Kategorie Fotowanderungen eine schöne Runde am Flüelapass vorgestellt und dabei angekündigt, dass eine zweite folgen würde. Hier ist sie nun 🙂 … Diesmal starten wir auf der Passhöhe selber und wenden uns zuerst in Richtung Norden ein Stück talwärts, auf der deutschsprachigen Seite des Passes. Sobald die erste S-Kurve der Passstrasse erreicht ist, ist aber der kleine Abstieg auch schon wieder zu Ende, und der Weg steigt nun kontinuierlich über etwas mehr als fünfhundert Höhenmeter an, bis der erste Übergang des Tages erklommen ist: Die Jöriflüelafurrga.

Intensive Farben am ersten See
Intensive Farben am ersten See
Die Senke ist geprägt von felsigem Grund mit wenig Grün...
Die Senke ist geprägt von felsigem Grund mit wenig Grün…

An dieser Stelle eröffnet sich dem Wanderer ein atemberaubendes Panorama, das die Mühsal des Aufstiegs sofort wieder vergessen lässt. Am Fusse des kargen, nur aus Geröll bestehenden Abhangs, liegen ein paar in intensiven Farben leuchtende Bergseen, eingerahmt von einem Kranz an felsigen Gipfeln, der unendlich in die Ferne zu reichen scheint. Von den soeben gewonnen Höhenmetern geben wir gut zweihundert beim Abstieg wieder preis, um dem Weg entlang des Ufers von vier der Seen weiter zu folgen.

Die Bäche sind gesäumt von Wollgras
Die Bäche sind gesäumt von Wollgras
Der Blick zurück zu Beginn des Aufstiegs
Der Blick zurück zu Beginn des Aufstiegs

Hier ist eine Stelle erreicht, an der sich ein wenigstens kurzes Innehalten lohnt. Die Landschaft in dieser Senke ist zwar immer noch karg, da diese auf rund 2’500 Metern über Meer liegt. Aber im Gegensatz zu weiter oben findet sich hier nicht nur Geröll, sondern auch viel Grün und munter zwischen den Seen fliessende Bergbäche, die von ausgedehnten Wollgrasfeldern gesäumt sind.

Gelber Farbklecks im Grau des Gerölls
Gelber Farbklecks im Grau des Gerölls
Flüela Wisshorn und Jörigletscher zeigen sich am Horizont
Flüela Wisshorn und Jörigletscher zeigen sich am Horizont

Nach diesem Spektakel ist ein zweiter Aufstieg angesagt. Wieder führt der Weg durch eine Geröllhalde bergan bis zur Winterlücke, vorbei am Jörigletscher. Trotz der notwendigen Konzentration auf den Tritt sollte man zwischendurch kurz anhalten und sich den Blick zurück gönnen. Nicht nur, dass hin und wieder ein überraschendes Büschel von Alpenblumen einen farbigen Klecks in die an sich recht graue Landschaft setzt. Nein, kurz vor dem Erreichen der Winterlücke auf rund 2’800 Metern über Meer liegen wieder einige farbige Bergseelein am Weg, die das karge Panorama auf angenehme Weise verzieren und einen schönen Spiegel für die Sommerwolken bilden. Mit diesem letzten Höhepunkt verabschieden wir uns von dieser faszinierenden, hinter hohen Gipfeln versteckten Welt aus Wasser und Fels, um den anstrengenden Abstieg hinunter zum Pass unter die Füsse zu nehmen. Wir haben eine Runde mit einem ganz anderen Charakter hinter uns als diejenige über die Fuorcla Radönt. So findet sich in den Alpen oftmals eine Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften auf kleinstem Raum…

Wolken spiegeln sich in einem kleinen See kurz vor der Winterlücke
Wolken spiegeln sich in einem kleinen See kurz vor der Winterlücke
  • Anreise: mit Zug und Postauto via Davos zum Flüelapass
  • Ausgangs- und Endpunkt: Flüela Hospiz auf der Passhöhe
  • Zeitbedarf: Die reine Wanderzeit für die Runde beträgt ca. vier Stunden
  • Höhendifferenz: je rund 850 Meter Auf- und Abstieg
  • Verpflegungsmöglichkeiten: im Flüela Hospiz
Profil der Wanderung über die Jöriflüelafurgga und die Winterlücke (von map.geo.admin.ch)
Profil der Wanderung über die Jöriflüelafurgga und die Winterlücke (von map.geo.admin.ch)

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