Schon länger ist es her, dass ich hier auf dem Blog ein Lieblingsfoto vorgestellt habe (zehn Monate – ich habe gerade rasch nachgeschaut 🙂 …). Somit wird es wieder einmal Zeit dafür. Zumal es seit letztem Mai einen dieser dauerhaften Favoriten gibt, den ich täglich mehrmals anschaue – weil er als Hintergrundbild auf meinem Smartphone dient. Und das will doch etwas heissen. Ich habe das Foto zwar schon einmal hier gezeigt, und zwar im Rahmen eines Artikels zum Thema Spiegellose vs. DSLR. Aber ich finde, es hat einen eigenen Platz verdient.

Es gehört zu jener Art von Fotos, die einen unvergesslichen Moment festhalten, der eine bildlich eigentlich unbeschreibliche Magie in sich trägt, und die es schaffen, trotzdem etwas von dieser Magie zu transportieren – hoffentlich auch für den Betrachter, der die Situation nicht erlebt hat. Auf einer kleinen Tour durch Südfrankreich und Norditalien Ende Mai 2014 kam ich am unscheinbaren Städtchen Varigotti vorbei. Da es einer der wenigen Orte auf der Route war, dessen Zugang zum Meer nicht durch eine Strasse versperrt ist, beschloss ich, hier ein Quartier für eine Nacht zu suchen. Als ich nach dem Abendessen zur blauen Stunde durch das kleine Städtchen ans Meer und dort auf einen Pier hinaus spazierte, ergriff mich das mächtige Gefühl der Italianità, der Leichtigkeit des Lebens im Süden mit voller Kraft. Wunderbar lag das Städtchen da, mit dem vorgelagerten Strand zur einen Seite, mit dem Felsen namens Punta Crena zur anderen Seite, im schönen letzten Tageslicht, die Szene begleitet von der immerwährenden Brandung des Meeres und einem leichten, warmen Wind.

Ich hatte in diesem Moment kein Stativ dabei, da ich am Abend bevorzugt mit leichtem Gepäck unterwegs war, konnte aber die Kamera auf eine Begrenzungsmauer des Piers legen und dieses schöne Foto aufnehmen. Es erzählt einerseits von der Gemächlichkeit und Schönheit dieser ruhigen Orte im Süden, enthält aber andererseits doch die Dynamik der Brandung und der im Wind ziehenden Wolken. Letztere geben dem Bild ausserdem eine gute Tiefenwirkung, was den Betrachter auch einen Hauch von der Weite des Meeres und des Himmels spüren lässt.

Ich hoffe, euch gefällt das Foto auch. Ich jedenfalls bin glücklich darüber, dass ich zu dieser Zeit an diesem Ort sein durfte und den Moment ohne grossen Aufwand festhalten konnte – so dass auch noch genügend Zeit blieb, ihn einfach geniessen zu können.

Die Punta Crena in Varigotti, Ligurien
Die Punta Crena in Varigotti, Ligurien

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