Regelmässige Leser dieser Beitrags-Serie kennen meine Philosophie bezüglich Lieblingsfotos. In der Regel handelt es sich um ältere Fotos, die mir aber im Verlauf der Jahre immer wieder ins Bewusstsein geraten – weil sie eben etwas Besonderes sind und aus der auf der Festplatte schlummernden Masse hervorstechen…

Letzthin bin ich beim Zusammensuchen der Fotos für einen anderen Beitrag auf dieses wunderbare Foto aus dem Jahr 2007 gestossen. Es zeigt eine Szene am Südufer des Greifensees, im Riet, wo der Aabach in den See mündet. Ganz offensichtlich wurde es kurz vor Sonnenuntergang an einem Spätsommerabend fotografiert. Es gefällt mir nicht nur wegen der Schönheit des Ortes und der besonderen Lichtstimmung wegen. Es ist für mich ein beredtes Beispiel dafür, dass der Preis für so ein Foto manchmal darin besteht, gewisse Mängel in Kauf zu nehmen. Es war sehr windig an diesem Abend, und weil das Licht kurz vor Sonnenuntergang nicht mehr so hell war, musste ich auf eine Langzeitbelichtung zurückgreifen (mit meiner damaligen Kamera war noch nicht vernünftig an hohe ISO-Werte zu denken…). Dadurch ergeben sich gewisse Unschärfen im Bild, so z.B. im Laub über dem Bootshaus oder bei der Schwanenfamilie, die gerade an Land geht.

Andererseits wird gerade durch diese Bewegungsunschärfe erst die windige Atmosphäre spürbar. Und darin liegt für mich mitunter der Reiz dieses Fotos: Perfektion in der Imperfektion 😉 …

Spätsommerabend im Aaspitz am Südufer des Greifensees
Spätsommerabend im Aaspitz am Südufer des Greifensees

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