Gebäude beim botanischen Garten
Gebäude beim botanischen Garten

Nach unserem genussreichen Zwischenstopp in Bellagio nahmen wir also die verbleibenden 285 Kilometer bis nach Padua unter die Räder… Wie waren wir überhaupt auf Padua als Reiseziel gekommen? Durch einen Zeitungsartikel waren wir vor geraumer Zeit einmal auf Treviso als Alternativ-Reiseziel anstelle von Venedig aufmerksam geworden. Diese norditalienische Stadt soll einen ähnlichen Charme und Charakter haben wie Venedig – nur ohne die vielen Touristen. Als wir auf der Karte abzuschätzen versuchten, wie lange die Reise nach Treviso beanspruchen würde, stellten wir fest, dass Padua am Weg liegt, aber nicht ganz so weit weg ist. Gleichzeitig fiel mir ein, dass ich vor Jahren im Rahmen einer Fotoklub-Reise schon einmal einen Abend in Padua verbracht hatte. Allerdings bestand dieser Abend aus Parkplatz-Suche, Restaurant-Suche, Abendessen und Weiterreise. Es handelte sich also nicht wirklich um eine Entdeckungs-Tour mit nachhaltiger Wirkung. Trotzdem glaubte ich mich daran zu erinnern, dass die paar Meter zwischen Parking und Restaurant mir ein durchaus attraktives Bild dieser Stadt vermittelt hatten. Ein Blick auf ein paar Fotos bei Google bestätigte diese diffuse Erinnerung, und unser Entscheid war gefallen 🙂 …

Die Basilica di Sant'Antonio
Die Basilica di Sant’Antonio
Skulpturen in der Basilica di Santa Giustina
Skulpturen in der Basilica di Santa Giustina

Da wir die Hotels für diese Reise recht kurzfristig buchten, war die Auswahl natürlich nicht mehr ganz so gross. Andererseits waren wir anfangs Mai auch noch nicht in der Hochsaison unterwegs. Das Hotel Donatello war in jeder Hinsicht ein absoluter Glückstreffer. Unser Zimmer war ein Eckzimmer mit Blick auf eine schöne Piazza mit einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: der Basilika des Heiligen Anton. So waren wir sogar abends im Hotelzimmer noch unmittelbar am Puls der Stadt, und das war wirklich ein Erlebnis. Das tröstete uns auch über den Umstand hinweg, dass der erste Abend und die ganze Nacht ziemlich verregnet waren.
Auch am anderen Vormittag wollten sich die Wolken erst nicht so richtig verziehen, sogar eine Phase mit Nieselregen machte uns das Leben schwer. So besichtigten wir als erstes die Basilica di Santa Giustina, die uns mit ihren zahlreichen Fresken, Kapellen und Skulpturen schon den einen oder anderen Ausruf des Erstaunens entlockte.

Am Prato della Valle - noch bei Regen :-) ...
Am Prato della Valle – noch bei Regen 🙂 …
Kanal an der Via Beato Luca Belludi
Kanal an der Via Beato Luca Belludi

Bald klarte aber der Himmel über Padua auf, und wir machten uns auf die Socken, den Rest des historischen Stadtzentrums zu erkunden. Und hier komme ich bei fast jeder italienischen Stadt jeweils an den Punkt, wo es schwierig wird, etwas wirklich Neues zu schreiben. Padua ist natürlich ähnlich wie andere Städte in Norditalien. Es gibt sehenswerte Kirchen, zahlreiche schöne Gassen und Plätze mit viel historischer Bausubstanz (und einem Strassencafé am anderen 😉 …), wobei die Piazza dei Signori mit ihrer wunderschönen Torre dell’Orologio im norditalienischen Vergleich durchaus etwas Besonderes ist. Was Padua aber für mich zu etwas wirklich Speziellem macht, ist ein einziger Platz: Der Prato della Valle. Dieser 90’000 Quadratmeter grosse Platz ist einer der grössten innerstädtischen Plätze in Europa. In dessen Mitte liegt eine elliptische Insel, die von einem Kanal umflossen wird, den die Statuen von 78 Persönlichkeiten aus Padua zieren. Natürlich hatte ich schon vor der Reise Bilder von diesem Platz gesehen und war mir darum auch sicher, dass ich ihn unbedingt sehen wollte. Aber was für ein Gefühl das ist, effektiv auf diesem Platz zu stehen, ihn auf sich wirken zu lassen, seine aussergewöhnliche Geometrie zu bewundern, den Blick auf die umliegenden Häuserzeilen und die Basilika zu geniessen und über die zahlreichen Brücken zu spazieren, das lässt sich nur schwer mit Worten beschreiben.

Die Chiesa Parrocchiale di San Nicolò
Chiesa Parrocchiale di San Nicolò
Die Piazza dei Signori mit der Torre dell'Orologio
Die Piazza dei Signori mit der Torre dell’Orologio
Auslage in einer historischen Apotheke
Auslage in einer historischen Apotheke

Wie oftmals auf einer solchen Reise gibt es dann noch unzählige bemerkenswerte Details, die in das Gesamtbild eines Ortes einfliessen, das man in der Erinnerung mit sich nach Hause nimmt. Eines davon war für uns eine kleine, historische Apotheke am Rand des Prato della Valle. Die Apotheke sprang uns wegen ihrer historischen Auslagen in den Vitrinen sofort ins Auge, auch ihr Inneres atmete ganz den Geist früherer Zeiten und es gab so viele Details zu entdecken und bestaunen.

Im Inneren des Doms von Padua
Im Inneren des Doms von Padua

So kam ich sechs Jahre nach dem ersten Kurzbesuch doch noch zu einer nachhaltigen Begegnung mit Padua. Es ist eine Stadt, die ich jederzeit wieder besuchen würde…

Der Prato della Valle am Abend
Der Prato della Valle am Abend
Blick vom Prato della Valle zur Basilica di Santa Giustina
Blick vom Prato della Valle zur Basilica di Santa Giustina

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