Bergsee am Bøyabreen
Bergsee am Bøyabreen

Wie im letzten Artikel über meine jüngste Norwegen-Reise berichtet, fand das deprimierende Einheitsgrau am Himmel, das während der ersten Tage mein stetiger Begleiter gewesen war, also im Strynsfjellet sein Ende. Und wie gesagt zeigte sich der Himmel von da an praktisch durchgehend von seiner besten Seite. Ich erwähne das hier noch einmal speziell, weil ich auf allen meinen bisherigen Skandinavien-Reisen etwas beobachtet hatte, was meiner Meinung nach zu den unverwechselbaren Eigenschaften des Nordens gehört: Der Charakter des Lichts. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt und ob es effektiv so ist, aber ich habe den Eindruck, dass der Blauanteil im Licht des Nordens höher ist als anderswo. Dies führt dazu, dass die durch dieses Licht beleuchtete Landschaft einen leicht kühleren Ausdruck erhält – auch dann, wenn es wie auf besagter Reise sonnig und warm ist.

Landschaft am Dalavatnet
Landschaft am Dalavatnet
Am Sognefjorden bei Sogndalsfjøra
Am Sognefjorden bei Sogndalsfjøra

Nach dem kurzen Besuch im Lodalen führte die Reise weiter in Richtung Südwesten. Das Ziel war die Stadt Bergen. Anstatt aber alles der E39 zu folgen, baute ich noch zwei kurze Abstecher in den Weg ein. Zunächst verliess ich die Europastrasse bei Skei, um wenigstens einen schüchternen Blick in den Jostedalsbreen Nationalpark werfen zu können. Am Fuss des Bøyabreen, einem südlichen Ausläufer des mächtigen Jostedalsbreen, gibt es einen kleinen, gut erreichbaren See, an dessen Ufer man einen Eindruck von der Landschaft des Nationalparks gewinnen kann. Ein Tipp für Besucher, die nicht allzu viel Zeit mitbringen – was bei mir zugegebenermassen der Fall war, da ich andere Prioritäten gesetzt hatte. Zu diesen Prioritäten gehörte Bergen, welches ich nach einem weiteren kleinen Umweg entlang der 569 und der E16 via Mo und Trengereid am späten Abend erreichte.

Der Hafen von Bergen im Abendlicht
Der Hafen von Bergen im Abendlicht
Häuser an der Klostergate auf Nordnes
Häuser an der Klostergate auf Nordnes

Bergen war der Ort, an dem ich im Jahr 1984 meine erste Begegnung mit Norwegen hatte. In der Umgebung dieser Stadt hatte ich mich in dieses Land verliebt. Und noch heute gehört sie für mich zu den schönsten in Europa. Ihre Lage zwischen der zerklüfteten Küste und den sie umgebenden Hügeln und ihre verwinkelte, aus Holzhäusern bestehende Altstadt machen sie für mich zu etwas Besonderem. Es war natürlich speziell schön, sie diesmal im warmen Licht der Abendsonne erforschen zu können, das ja in dieser Gegend im Sommer bis fast um elf Uhr Abends scheint.

Ein hübsches Plätzchen in der Altstadt
Ein hübsches Plätzchen in der Altstadt
Eine Hausfassade in der Altstadt
Eine Hausfassade in der Altstadt

Es gibt einige ziemlich bekannte Spots in der zweitgrössten Stadt Norwegens. Der Hafen mit den historischen Handelshäusern der Bryggen und dem Fischmarkt, die Seilbahn auf den Aussichtspunkt Fløyen, das Aquarium, das Freilichtmuseum Gamle Bergen, die Festung und das Hanseatische Museum beispielsweise. Für mich gibt es aber einen unbestrittenen Geheimtipp in der Stadt: Über die Halbinsel Nordnes erstreckt sich ein wunderschönes, ruhiges (da wenig besuchtes) Quartier mit alten, farbigen Holzhäusern, engen Gassen und Plätzchen. Hier lässt sich das alte, authentische Bergen jenseits der Souvenirläden und Touristenattraktionen erleben – etwas, das sich meiner Meinung nach unbedingt in einen Besuch dieser faszinierenden Stadt einzubauen lohnt…

Im Freilichtmuseum Gamle Bergen
Im Freilichtmuseum Gamle Bergen
Eine ruhige Altstadt-Gasse mit Blick zum Fløyen
Eine ruhige Altstadt-Gasse mit Blick zum Fløyen

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