Obwohl uns im Moment winterliche Verhältnisse und Kälte umgeben, möchte ich nach längerem Unterbruch die Artikelserie „Fotowanderungen“ fortsetzen. Der nächste Sommer kommt schliesslich bestimmt 🙂 …

Ausblick von der Bergstation Furtschellas
Ausblick von der Bergstation Furtschellas in Richtung Maloja

Das Plateau mit dem – wie immer im Rätoromanischen – sehr klangvollen Namen „Ils Lejins“ oberhalb von Sils-Maria beherbergt sechs unscheinbare, bis vor Kurzem noch namenlose Bergseen. Ich glaube zumindest, dass sie namenlos waren, denn auf keiner offiziellen Karte findet sich bei einem der Seen ein Name. Ausserdem sind alle nach einem in der Gegend vorkommenden Gestein benannt – das klingt doch schon eher nach Marketingstrategie 🙂 … Wie auch immer, für Bergfreunde, die gleichzeitig Natur- und Landschaftsfotografen sind, ist diese leichte Wanderung, die auch als „Wasserweg“ bezeichnet wird, eine sehr lohnenswerte Runde.

Die Wanderung beginnt und endet bei der Bergstation Furtschellas oberhalb von Sils-Maria auf einer Höhe von 2313m. Von dort oben eröffnet sich dem Wanderer zunächst ein wunderbarer Blick in Richtung Silvaplana, Malojapass, Bergell und zum Piz da la Margna. Gleich anschliessend liegt ein steiles erstes Stück Weg vor einem, auf dem man die ersten rund 300 Höhenmeter bis zum ersten See, dem Lejin Cristal überwindet.

Am Lejin Magnetit
Am Lejin Magnetit – man beachte den „Zucker“ auf den Bergen, und das im Juli!

Während sich dieser See noch eher unspektakulär präsentiert, trifft man nach der nächsten Stufe auf den Lejin Magnetit, in dessen ruhigem Wasser sich die felsige Flanke des Piz Murtèl spiegelt. Wie man den Fotos ansieht, verschlechterte sich das Wetter während meiner Wanderung im Juli relativ zügig, aber es blieb bis zum Schluss trocken – und die Szenerie ist trotzdem eindrücklich…

Kleiner Bergbach auf Ils Lejins
Kleiner Bergbach auf Ils Lejins

Vom Lejin Magnetit aus führt der Weg dann nur noch talwärts, relativ gemütlich vorbei an sprudelnden Bergbächen und via die Lejins Malachit, Rhodonit und S-Chaglia zum letzten der sechs, zum Lejin Epidot. Dabei schweift der Blick immer in die Weite des Engadiner Talkessels und zu den Gipfeln auf der anderen Talseite, zum Piz Lagrev und zum Piz Polaschin. Diese Bergkulisse bildet natürlich einen willkommenen Hintergrund zu den teils von moorigem Ufer umgebenen Wasserflächen – auch wenn die Spiegelungen nicht überall so schön zur Geltung kommen wie beim kleinen Lejin Magnetit.

Lejin S-Chaglia und Piz Lagrev
Lejin S-Chaglia und Piz Lagrev
Hauswurz am Lejin Epidot
Hauswurz am Lejin Epidot
Lejin Epidot und Piz da la Margna
Lejin Epidot und Piz da la Margna

Wie gesagt, ich hatte das Glück, dass die Wolken, die durchaus für einen Schuss Dramatik besorgt waren, ihren Inhalt bis zu meiner Ankunft bei der Bergstation Furtschellas zurückhielten. Im Anschluss, als ich bereits gemütlich in Sils im Café sass, begann es dann ordentlich zu schütten. Aber das machte nichts. Ich hatte ein schönes Bergerlebnis hinter mir, und dieses Wetter lieferte mir einen Grund, mir an diesem Tag – meinem Geburtstag – ein Fondue Chinoise zu gönnen, obwohl es mitten im Sommer war 🙂 …

Weitere Informationen zum Wasserweg finden sich beispielsweise auf der Website von Corvatsch.

  • Ausgangs- und Endpunkt: Bergstation Furtschellas, Sils-Maria
  • Wanderzeit: ca. 2 ½ Stunden
  • Länge: 5km
  • Höhendifferenz: je 333m hinauf und hinab

Ein Kommentar

  1. Das Bild „Lejin S-Chaglia und Piz Lagrev“ gefällt mir besonders gut. Ein Lanz-Klassiker und die Wolken umhüllen den Piz mit einer gelungen Dramatik. Bei schönerem Wetter könnte das ein geeignetes Postkartenbild sein.

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