Gracht im Zentrum von Amsterdam
Gracht im Zentrum von Amsterdam

Zwei Beiträge habe ich bisher bereits hier auf dem Blog über besondere Orte in Holland publiziert (über Marken und den Nationalpark Zuid-Kennemerland). In beiden habe ich einleitend eine Andeutung gemacht, dass die Niederlande für mich zu den grösseren Überraschungen der letzten Jahre gehört, was das Reisen anbelangt. Allerdings habe ich nie näher ausgeführt, weshalb das so ist. Dies möchte ich nun hier, zum Beginn einer kurzen Artikelserie über das Land im Norden Europas, nachholen.

Sonnenuntergang in Almere Strand
Sonnenuntergang in Almere Strand
Fassaden und Gärtchen im Begijnhof
Fassaden und Gärtchen im Begijnhof

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der dem Flachland eher abgeneigt ist. Meine Leidenschaft in fotografischer Hinsicht gilt den Bergen und der (Steil-)Küste. Somit konnte ich mir niemals vorstellen, dass ein Land wie die Niederlande mir effektiv etwas zu bieten haben könnte. „Langweilig“ ist das Prädikat, das ich diesem Land in vorverurteilender Manier zuteilte. Das Durchrasen über die Autobahn, auf dem Weg mit dem eigenen Auto nach Schottland konnte dieses Urteil zwangsläufig nur bestätigen. Nun, wie kam es dann dazu, dass ich dieser Ecke Europas trotzdem eine Chance gab?… Ich möchte hier nicht allzu ausführlich über meine – nicht nur in jugendlichem Alter begangenen – Jugendsünden sprechen 🙂 … Tatsache ist, dass ich ein, zwei Male an einer grossen Party in Almere und in Arnhem teilgenommen habe – allerdings nur jeweils für maximal zwei Tage. Auf einer dieser Kurz-Reisen fuhr ich im schönsten Abendlicht in der Gegend von Haarlem über Land, vorbei an zahlreichen Kanälen, in denen hübsche Boote im Licht der untergehenden Sonne vertäut waren, daneben pittoreske Ansammlungen kleiner Häuser im typischen roten Backstein. Diese Szenerie prägte sich mir ein und liess mich ernsthaft meine bisherige Haltung zu diesem Land in Frage stellen. Von da an war es nicht mehr weit zum Beschluss, mir das alles doch irgendwann einmal ein bisschen genauer anzusehen. Und tatsächlich, im Frühling 2009 reiste ich für eine Woche nach Holland – und durfte zur Erkenntnis kommen, dass das Land wirklich sehr vieles zu bieten hat.

Der Begijnhof
Der Begijnhof – ein schöner, etwas versteckter Innenhof im Zentrum von Amsterdam
Abend im Hafen von Amsterdam
Abend im Hafen von Amsterdam
Windmühlen in der Zaanse Schans
Windmühlen in der Zaanse Schans

Da ist zum Beispiel Amsterdam. Wer kennt Amsterdam schon nicht oder kann sich nicht wenigstens etwas darunter vorstellen. Die Stadt mit ihren unzähligen Kanälen, den Grachten, die von historischen Steinhäusern gesäumt werden, hat einen enormen Charme. Nicht umsonst wird sie „Venedig des Nordens“ genannt (auch wenn ich bei diesem Begriff immer ein bisschen Schmunzeln muss, denn als langjähriger Skandinavien-Reisender verstehe ich unter Norden ein bisschen etwas anderes 😉 …). In der Haupstadt des Landes beginnt auch meine fotografische Reise, auf die ich euch mitnehmen möchte. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich in Amsterdam selber nicht so wahnsinnig viel fotografiert habe. Erstens verbrachte ich dort nun einen sehr kleinen Teil der Reise, und zweitens war das Wetter während dieser Zeit auch nicht so berauschend. Allerdings gibt es zahlreiche Städte und Städtchen in den Niederlanden, die ähnlich markant am Wasser gebaut und von einem Netz von Kanälen durchzogen sind. Eine davon werde ich euch in einem späteren Beitrag noch vorstellen. Überhaupt ist das Wasser einer der grossen Pluspunkte dieses Landes. Es findet sich fast überall, und zwischen vielen Orten kann man sich auf dem Wasserweg fortbewegen. Kein Wunder, haben doch die Bewohner grosse Teile ihres Landes dem Meer abgetrotzt…

Im Freilichtmuseum bei Zaandam
Im Freilichtmuseum bei Zaandam
Am Kanal Oosterhaven in Enkhuizen
Am Kanal Oosterhaven in Enkhuizen

Bereits in der näheren Umgebung von Amsterdam gibt es sehr vieles zu entdecken. Die eingangs erwähnten beiden Favorite Places – das Dorf Marken auf einer Insel im Markermeer und der an der Nordseeküste gelegene Nationalpark Zuid-Kennemerland – gehören meiner Meinung nach zu den grössten Attraktionen. Auch dem Vorort Zaandam mit dem Freilichmuseum Zaansche Schans sollte unbedingt ein Besuch abgestattet werden. Auch wenn sich viele der dort zu sehenden Elemente wie die Windmühlen oder die schönen grünen Holzhäuser an diversen Orten in Holland noch in natura erleben lassen, so kann man sich dort doch einmal eine erste Vorstellung machen – und die parkähnliche Anlage des Museums ist wirklich schön.

Im Zentrum von Enkhuizen
Im Zentrum von Enkhuizen
Ruderer in einem Boot bei Enkhuizen
Ruderer in einem Boot bei Enkhuizen

Die erste grössere Entdeckung auf dieser Reise war die Stadt Enkhuizen am IJsselmeer (das „ui“ wird im Holländischen übrigens wie „au“ ausgesprochen und „IJ“ wie „ei“). Der hübsche Kern mit den vielen von Stufengiebel-Häusern geprägten Gassen, die Kanäle, Hafen und Promenade am Meer laden gerade an einem lauen Frühsommertag zum Flanieren und Einkaufen ein… Und am Rand der Stadt, da beginnt ein langer Damm über das IJsselmeer. Über diesen wird uns die Reise im nächsten Beitrag weiterführen, in Richtung der Städte Den Haag und Rotterdam.

Das Wasser ist omnipräsent in der Landschaft
Das Wasser ist omnipräsent in der Landschaft

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