Die Université Paris-Sorbonne
Die Université Paris-Sorbonne im Abendlicht

Im Artikel über La Défense hatte ich erwähnt, dass ich auf der Reise nach Paris von Anfang September eine besonders gute Führerin an meiner Seite hatte 🙂 und zwar in Person meiner Frau. Sie hat acht Jahre ihres Lebens in dieser Stadt verbracht und kennt sie daher enorm gut. Davon durfte ich in zweierlei Hinsicht profitieren. Wie regelmässige Besucher meines Blogs wissen, suche ich in einer Stadt mit der Strahlkraft von Paris immer das Besondere, das Verborgene. Natürlich ist z.B. der Eiffelturm eine hervorragende und beeindruckende Sehenswürdigkeit. Aber muss er wirklich von mir auch noch fotografiert werden? Es kennt ihn ja ohnehin jeder, und er ist auf unzähligen Postkarten abgebildet. Klar, es besteht immer die Herausforderung, ein wirklich ganz besonderes Bild einer bekannten Sehenswürdigkeit aufzunehmen, das sich aus der Masse abhebt. Aber dazu muss man sich in der Regel wirklich viel Zeit nehmen und alles andere dieser Idee unterordnen. Und dazu bin ich auf meinen Reisen nicht mehr bereit, denn der Genuss soll schliesslich nicht zu kurz kommen.

Die Place Sainte-Catherine
Die Place Sainte-Catherine, ein gemütlicher Platz im Quartier Le Marais
Ein schöner Hinterhof an der Rue du Temple
Ein schöner Hinterhof an der Rue du Temple

Und damit sind wir beim zweiten Punkt: Meine Frau weiss natürlich auch, wo in Paris sich das Leben geniessen lässt. Sei es beim Flanieren, beim Aufsuchen ruhiger Ecken, beim Einnehmen eines Kaffees an einem Ort mit besonderer Aussicht, beim Essen in einem besonders guten Restaurant und so weiter und so fort…

Die Lauben an der Place des Vosges
Die Lauben an der Place des Vosges
Blick von der Rue de Sévigné zur Eglise St-Paul-St-Louis
Blick von der Rue de Sévigné zur Eglise St-Paul-St-Louis

So durfte ich auf diesem rund viertägigen Besuch einige sehr schöne Entdeckungen machen. Das Quartier Montmartre zum Beispiel mit der berühmten Kathedrale Sacré-Cœur hatte ich früher schon einmal besucht, und es gehört wohl auch zu den bekanntesten Ecken der Stadt. Das letzte Mal war ich aber quasi der Hauptachse entlang durch das Quartier gerauscht. Dieses Mal näherten wir uns dem Quartier auf einem anderen Weg, einem Schleichweg quasi und passierten dabei viele ruhige Ecken praktisch ohne Touristen. Ein Kaffee unter den Linden im Relais de la Butte, mit der Sommersonne auf unseren Wangen bildete den Höhepunkt dieses Abstechers.

Relais de la Butte, Montmartre
Relais de la Butte, Montmartre
Aimez-vous!
Aimez-vous! 😉 … (Montmartre)

Oder dann das Quartier Le Marais. Dessen Gassen, Plätze und Hinterhöfe waren für mich eine wahre Offenbarung! Ähnlich wie im Quartier Latin nimmt hier die umtriebige Grossstadt den charmanten Charakter einer lebhaften Kleinstadt an. Unvermittelt sieht man sich in die Situation versetzt, dass man sich an der Place Sainte-Catherine nicht mehr entscheiden kann, in welchem der kleinen Restaurants man sich für das Abendessen niederlassen soll… Es ist auch ein besonderes Erlebnis, beim Eindunkeln durch die Lauben an der Place des Vosges zu spazieren und sich von den zahlreichen Galerien und Cafés überraschen zu lassen, die von der Strasse her gar nicht richtig sichtbar sind.

Die Kuppel der Galeries Lafayette
So viel Glamour und Sehenswürdigkeit darf schon sein: Die Kuppel der Galeries Lafayette
Kiosk eines "Bouquinistes" am Ufer der Seine
Kiosk eines „Bouquinistes“ am Ufer der Seine

Den unbestrittenen Höhepunkt aber bildete die abendliche Fahrt der Seine entlang auf dem Bateau Mouche, begleitet von einem Viergang-Menü und Live-Musik. Wenn sich der Abend über Fluss und Stadt senkt, Louvre und Notre-Dame warm beleuchtet wie in einem Traum an einem vorbeiziehen, erhascht man nebenbei einen Blick auf die unzähligen jungen Menschen, die sich an den Mauern am Ufer der Seine niedergelassen haben und den warmen Sommerabend damit verbringen, Wein aus der mitgebrachten Flasche zu trinken, Gitarre zu spielen oder zu tanzen. Spätestens dann realisiert man, dass Paris eine unendlich lebensfrohe Stadt ist, die dem Besucher auch viele gemütliche, genussreiche Momente zu bieten hat – sofern er bereit ist, sich darauf einzulassen und die Stadt mit der nötigen Ruhe zu entdecken und ihre Seele in sich aufzunehmen.

Die Patisserie "Odette" im Quartier Latin
Die Patisserie „Odette“ im Quartier Latin
Place Dalida und Rue de l'Abreuvoir, Montmartre
Place Dalida und Rue de l’Abreuvoir, Montmartre

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