Am Arnisee - ältere Version
Am Arnisee – ältere Version

Ich glaube, wir alle haben so unsere fotografischen Jugendsünden durchgemacht. (Andere sicher auch, aber von denen spreche ich jetzt hier nicht 😉 …) Oder vielleicht muss man eher sagen, unsere bildbearbeitungsmässigen Jugendsünden. Man hat eine neue Software, entdeckt die vielen tollen Möglichkeiten, lässt sich (über-)begeistern und schnell ist irgendetwas vermurkst. Gut, es muss ja nicht immer so gelaufen sein. Oftmals ist die Art, wie wir unsere Bilder in einem früheren Stadium unserer fotografischen Entwicklung bearbeiten, unserem mangelndem Wissen geschuldet. Und vielleicht war es ja sogar so, dass uns das Resultat gefallen hat.

Mir geht es mit vielen meiner ersten HDR-Bilder so. In einer ersten Phase liess ich mich vom äusserst speziellen Look der extrem verfremdeten Bilder blenden und war stolz darauf, so etwas auch machen zu können. In einer zweiten Phase wurden meine Bearbeitungen moderater, aber sie hatten – eben aufgrund mangelnden Wissens – gewisse Makel. Ein Beispiel aus dieser zweiten Phase ist das Foto vom Arnisee, das ihr hier oben links seht. Es ist ein aus heutiger Sicht etwas übertrieben bearbeitetes Bild, das mir aber damals sehr gefallen hat.  Interessanterweise verzeichnete es sogar eine Annahme an einem internationalen Fotowettbewerb. Aber dem Betrachter fällt natürlich sofort der künstliche HDR-Look mit dem übersteigerten Mikrokontrast auf. Das Bild ist das Resultat unsorgfältiger – oder vielleicht eher limitierter – HDR-Bearbeitung. Ich hatte damals nur ein schwierig zu bedienendes Open-Source-Programm für diesen Arbeitsschritt zur Verfügung.

Einige Jahre später fiel mir dieses Bild wieder auf, und irgendwie war ich aus den genannten Gründen nicht mehr zufrieden damit. So nahm ich mir eine neue Bearbeitung vor – mit vertieftem Hintergrundwissen und einer neuen Software. Das Resultat ist das unten gezeigte Foto, das mir in verschiedener Hinsicht viel besser gefällt. Ich finde, es ist trotz HDR-Bearbeitung einiges näher an der Realität als das ältere. Ob ihr das auch so seht, überlasse ich euch…

Das Fazit für mich ist: Egal ob HDR-Bilder oder nicht, manchmal lohnt es sich, ein älteres Bild neu zu entwickeln oder zu bearbeiten. Man entwickelt sich stetig weiter, und nicht zuletzt ändert sich auch der persönliche Geschmack. Und wahrscheinlich schlummert die eine oder andere Perle in den Tiefen unserer Festplatten, die vielleicht ein neues Gewand verpasst bekommen möchte…

Frühling am Arnisee - neuere Version
Frühling am Arnisee – neuere Version
Zusatzinfo: Das erste Bild wurde mit Luminance HDR 2.0.2 bearbeitet. Dieses Open-Source-Programm ist frei für Windows, Linux und Mac erhältlich. Es wird aber über das Setzen von Parametern gesteuert und ist daher schwierig zu handhaben. Das Resultat ist mehr oder weniger zufällig, es sei denn, man kenne die Mechanismen des Tonemappings sehr gut, oder man probiere einfach x-mal 🙂 … Heute arbeite ich bei der RAW-Entwicklung mit DxO PhotoLab.

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