Apr 16

Lieblingsfoto: Lambda

In den letzten Jahren habe ich langsam meine Affinität zu einer bestimmten Perspektive in der Architekturfotografie entdeckt: Zur Ansicht von unten nach oben, in mehr oder weniger steilem Winkel. Der Grund dazu, dass ich mich mehr und mehr mit dieser Sichtweise beschäftige, ist nicht nur der, dass die Platzverhältnisse in Städten oftmals nicht viele andere vernünftige Perspektiven zulassen. Nein, es ist vielmehr die Faszination des fast abstrakten Spiels von Linien, Formen und Farben, die diese Art der Fotografie für mich so attraktiv macht. Und es ist manchmal gar nicht so einfach, in dieser Perspektive ansprechende Sujets zu finden.

Auf unserer Kurzreise nach London an Ostern 2013 habe ich viele solche Fotos gemacht (siehe dazu auch den Artikel Oster-Trip nach London). Eines dieser vielen Fotos hat sich aber erst nachträglich, Wochen und Monate später zu meinem absoluten Liebling von dieser Reise gemausert.

Lambda - Fassaden an der Adresse 7 More London in der City of London

Lambda – Fassaden an der Adresse 7 More London in der City of London

Es entstand beim Bürokomplex 7 More London nebem dem Stadthaus in der City of London. Es ist eigentlich kein komplexes Bild, und es fasziniert mich sicher auch von den harmonischen Farben und den verschiedenartigen Strukturen in den Fassaden her. Was das Bild aber für mich zu etwas Besonderem macht: Zum ersten Mal entdeckte ich darin, dass der durch die Kanten der Fassaden eingegrenzte Raum zwischen den Gebäuden bei dieser Perspektive unter Umständen Formen annehmen kann, die eine eigene Bedeutung aufweisen. Im Fall dieses Bildes ist es die Form des griechischen Buchstabens Lambda – darum trägt das Bild auch den diesen Titel.

Es ist wirklich spannend, was sich bei senkrechten Blick nach oben alles entdecken lässt – auch wenn anschliessend manchmal der Hals schmerzt :-) Ich habe dieses Foto schon in verschiedenem Kontext gezeigt, und immer wurde mir von kompetenter Seite bestätigt, dass es als starkes Bild empfunden wird. An einem Wettbewerb hat es trotzdem noch nicht reussiert – aber vielleicht wird das ja noch… Da ich ja aber in erster Linie für mich fotografiere und nicht für andere, wird das Foto unabhängig davon seinen Platz unter meinen Lieblingsfotos behalten.

Apr 13

Im Luzerner Hinterland

“Luzerner Hinterland”, das klingt doch irgendwie provinziell, oder? Nun, die Region rund um das historische Städtchen Willisau, die mit diesem Namen bezeichnet wird, gehört sicher zu den beschaulicheren in der Schweiz – geprägt von sanftem Hügelland mit verschlafenen Dörfern und historischen Kirchen und Kapellen, Schlössern und Ruinen. Aber gerade deswegen ist die Gegend sehr gut geeignet, um Erholung zu suchen, zum Wandern und Radfahren, man kann sich in ihr verlieren, sie bietet viel Luft und Freiraum zum durchatmen – und auch einige Panoramablicke auf eine schöne Bergkulisse.

See und Schloss Mauensee

Blick vom Schulhaus Mauensee auf den gleichnamigen See mit der Schlossinsel

Letzten Mittwoch durchquerte ich auf dem Heimweg vom Vierwaldstättersee diese schöne Gegend, und weil es ein so schöner Abend war, nutzte ich die Gelegenheit, an zwei Orten Halt zu machen, die ich mir sowieso schon länger einmal anschauen wollte: Dem Wasserschloss Wyher und dem Soppensee. Insbesondere letzterer hat es mir angetan, zumal ich ihn in einem sehr schönen Licht erleben durfte. So möchte ich für einmal nicht allzu viel schreiben, sondern einfach ein paar der Fotos von diesem abendlichen Abstecher sprechen lassen…

Das Wasserschloss Wyher bei Ettiswil

Das Wasserschloss Wyher bei Ettiswil

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Apr 08

Favorite Places – Teil 8: Arai Te Uru

Eigentlich ist die Artikelserie “Favorite Places” ja für Plätze reserviert, die für die Leserschaft meines Blogs in einem einigermassen vernünftigen Umkreis liegt :-) Schliesslich sollen die Artikel der Serie andere Fotografen dazu animieren, lohnenswerte, aber weniger bekannte Orte zu besuchen. Trotzdem habe ich für diesen Artikel einen Platz am anderen Ende der Welt ausgesucht… Nun gut, vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Leser auch einmal nach Neuseeland und ist dann froh um einen Geheimtipp :-)

Blick vom South Head in Richtung Opononi

Blick vom South Head Richtung Opononi

Arai Te Uru, die Landzunge am Hokianga Harbour, die auch auf den (weniger klangvollen) Namen South Head hört, liegt etwa zwei Kilometer westlich des Ortes Omapere, und man erreicht das Gebiet, das als Recreation Reserve gilt, bequem über die Signal Road. Vom Parkplatz am Ende der Strasse aus kann man einen kurzen Spaziergang an die Spitze der Landzunge unternehmen. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über den Hokianga Harbour und die gegenüberliegenden riesigen Sanddünen des North Head (Niua). Gemäss der Legende der Maori waren Arai Te Uru und Niua zwei Seeungeheuer (taniwha), deren Aufgabe es war, den Eingang zum Hokianga Harbour zu bewachen. Continue reading